Schmieröle

Grundöle

Die Auswahl des richtigen Öls in der Industrie, fängt mit der Auswahl des richtigen Grundöls an. Man unterscheidet dabei zwischen Mineralöle, synthetische Öle (Polyalphaolefine=PAO), Esteröle, Polyglykolöle und Solikonöle. Die Wahl des Grundöltyp und -viskosität ist von hoher Bedeutung, da physikalische Eigenschaften und das chemische Verhalten dem Einsatzgebiet entsprechend gewählt werden müssen.

Additive

Hochleistungsöle haben neben dem Grundöl nach eine Additiv-Komponente (Reibungsverbesserer, Haftverbesserer, Verschleißschutz, etc.), welche spezifisch auf das Einsatzgebiet angepasst werden können und einen erheblichen Einfluss auf das Preis- / Leistungsverhältnis haben.

Bekannte Abkürzungen für Additv-Zusätze

HLP: HLP-Öle sind hydraulische Öle und werden oft als Grundlage für Kühlschmierstoffe verwendet. Sie sind mineralölbasierend und bieten eine gute Schmierleistung und Oxidationsbeständigkeit.

EP: EP steht für „Extreme Pressure“ und bezieht sich auf Öle, die unter hohen Drücken und Temperaturen eingesetzt werden können. Sie werden oft in schweren Zerspanungsoperationen eingesetzt, da sie eine hohe Schmierleistung bieten.

AW: AW steht für „Anti-Wear“ und bezieht sich auf Öle, die eine gute Verschleißschutzwirkung haben. Sie werden oft in Kühlschmierstoffen eingesetzt, die für die Bearbeitung von Metallen mit hoher Härte verwendet werden.

Viskosität

Die Viskosität ist eine der bekanntesten Eigenschaften von Schmierölen, da sie das Maß für die innere Reibung des Öls beim Fließen angibt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Viskosität eine temperaturabhängige Größe ist. Wenn das Öl kalt ist, dh die Temperatur niedrig ist, ist die innere Reibung hoch und die Viskosität dementsprechend ebenfalls hoch. Im Gegensatz dazu wird die innere Reibung des Öls bei höheren Temperaturen reduziert, was zu einer Abnahme der Viskosität führt.

SAE-Klassen

Die Schmierstoffe, die in Fahrzeugen verwendet werden, um Motoren und Getriebe zu schmieren, werden anhand von SAE-Klassen beschrieben, wobei SAE für Society of Automotive Engineers steht. Diese Klassen legen die Temperaturen für die Viskositätsmessungen, die Viskositätsgrenzwerte und die Klassenzuordnungen fest. Bei Betriebstemperaturen wird die Viskosität von Motoren- und Getriebeölen einheitlich für alle SAE-Klassen bei 100°C bestimmt. Im Gegensatz dazu gibt es für den Betrieb bei kalten Temperaturen je nach SAE-Klasse unterschiedliche Messtemperaturen. Wenn Öle in kaltem Zustand Viskositätsgrenzwerte erfüllen, wird dem Zahlenwert der jeweiligen SAE-Klasse der Buchstabe „W“ hinzugefügt.

ISO-Viskositätsklassifikation

Abgesehen von den Fahrzeugmotoren- und Getriebeölen, die durch SAE-Klassen beschrieben werden, werden alle anderen Schmieröle nach der ISO-Viskositätsklassifikation eingeteilt. Diese Klassifikation, auch bekannt als ISO-VG (International Organisation for Standardization – Viscosity Grade), umfasst 18 genormte Viskositätsklassen von 2 mm²/s bis 1500 mm²/s. Es wird lediglich eine Mittelpunktsviskosität bei 40°C vorgeschrieben, die in einer Viskositätsklasse um 10% nach oben und unten variieren darf.

Weitere Abkürzungen und Bedeutung KSS-Schmieröle

VG: VG steht für „Viscosity Grade“ und bezieht sich auf das Fließverhalten des Öls. Je höher die VG-Zahl, desto höher ist die Viskosität des Öls. Kühlschmierstoffe mit höheren VG-Zahlen werden oft in schweren Zerspanungsoperationen eingesetzt.

PAO: PAO steht für „Polyalphaolefin“ und bezieht sich auf synthetische Öle, die eine hohe Leistungsfähigkeit bieten. Sie sind widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und bieten eine hervorragende Schmierleistung und Kühlung. Sie werden oft in Hochleistungszerspanung und -bohrungen sowie in der Automobilindustrie eingesetzt.

Ester: Ester-basierte Öle sind ebenfalls synthetische Öle und bieten eine hohe Leistungsfähigkeit. Sie bieten eine ausgezeichnete Schmierung und Kühlung und sind widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und chemische Angriffe. Sie werden oft in Hochleistungszerspanung und -bohrungen eingesetzt.

Schmierfette

Schmierfette sind pastöse Schmiermittel, die üblicherweise aus einer Kombination von Schmieröl, Eindicker und Additiven bestehen. Typischerweise machen Schmieröl und Eindicker etwa 80% bzw. 5-10% der Mischung aus, während die restlichen 10-15% aus Additiven bestehen.

Bezeichnungen

Konsistenz-Einteilung für Schmierfette nach DIN 51 818

Die Klassifizierung von Schmierfetten in NLGI-Klassen basiert auf ihrer Walkpenetration und ermöglicht eine Unterscheidung nach Konsistenz (Verformbarkeit) und Struktur.

Die NLGI-Klasse, auch bekannt als Konsistenzklasse, beschreibt die Härte bzw. Zähigkeit eines Schmierfetts. Die gängigsten Mehrzweckfette sind der Klasse 2 zugeordnet.

Um die Walkpenetration von Fett zu messen, wird eine Fettprobe in ein Gefäß gefüllt und dann 100.000 Doppeltakte lang in einem automatischen Fettkneter gewalkt. Die Walkpenetration wird anschließend gemessen und als Differenz in 10-1 mm zwischen der Walkpenetration bei 60 und bei 100.000 Doppeltakten angegeben.

Bezeichnungsbeispiele

Zusatz-Kennbuchstaben für Schmierfette