Eine zentrale Versorgung mit vielen Vorteile
Das Ergebnis der umfassenden technisch-chemischen Feineinstellung war eine wichtige Investition in die Zukunft: „Wir haben die Einzelmaschinen in puncto KSS-Aufbereitung vernetzt und setzen jetzt auf eine Lubot-Versorgungsanlage, die wir gemeinsam konzipiert und umgesetzt haben“, sagt MillCon-Chef Hameseder. Er erklärt weiter: „Das Vereinfacht die KSS-Aufbereitung bzw. die Instandhaltung und sorgt längerfristig unterm Strich für spürbare Einsparungen“.
Die neue Zentralanlage bietet gleich mehrere Vorteile. So können zum Beispiel alle Abwässer aus der nachgeschalteten Reinigungsanlage in die KSS-Zentralanlage rückgeführt werden. Harald Mali: „Der gesamte ausgeschleppte Kühlschmierstoff kommt wieder in den Produktionsprozess. Somit werden 100% der sonst anfallenden Abwässer aus der Reinigung eingespart. Zudem kann der Reiniger ebenfalls rückgeführt werden, dann wieder als Kühlschmierstoff-Additiv im Baukastensystem fungieren und bleibt im Reinigungsbad in seiner Qualität immer konstant.“
Ein KSS – verschiedenste Anwendungen
Ein wichtiger Baustein dieser Lösung ist der Einsatz des flexiblen Zwei-Komponenten Kühlschmierstoffs von Oemeta, der ideal für innovative Prozesse und Zentralanlagen ist. Das Oemeta Hycut System beruht auf reiner Esterbasis und ist somit frei von Mineralölen. Die Hycut Bausteine sind als Bearbeitungsöl, Kühlschmierstoff oder Reiniger eingesetzt untereinander kompatibel, damit kann zum Beispiel die Zwischenreinigung zwischen Öl und KSS Bearbeitung eingespart werden. Der Vorteil: Der Schmierstoffanteil, der für die Bearbeitung relevant ist, und der Chemieanteil der Additiv Komponente, sind unabhängig voneinander steuerbar. Der Mix kann individuell an verschiedene Bearbeitungsschritte und -technologien angepasst werden. „Für uns brachte das mehr Konstanz, eine nicht begrenzte Lebensdauer des KSS und mehr Flexibilität, da wir nun verschiedenste Anwendungen mit einem Kühlschmierstoff abdecken können und der wird dann zentral wieder aufbereitet“, so Hameseder.
Vorbild Automobilindustrie
Mit dieser zentralen Versorgung und Aufbereitung zählt MillCon zu den Vorreitern unter den Lohnfertigern, wird das Konzept bisher doch meist eher bei sehr großen Unternehmen – zum Beispiel in der Automobilindustrie – eingesetzt. Kleinere Unternehmen sind aufgrund des Investitionsbedarfs oft abgeschreckt, wie Prozessoptimierer Mali von Lubot weiß. Befürchtungen, die Hameseder mit nachhaltigen Argumenten ausräumt: „Wir konnten unsere Werkstückqualität merklich erhöhen, da es keine Temperaturdrift mehr gibt. Wir haben weniger Korrekturen, weniger Ausschuss, deutlich weniger Stehzeiten, dafür aber unbegrenzte Standzeiten des KSS und keinen Gestank in der Halle, aber viel mehr Ressourcen und weniger Kosten“, zählt Hameseder auf und erklärt weiter: „Die Investitionen rechnen sich daher schon binnen weniger Jahre. Für uns war das also eindeutig die richtige Entscheidung.“