Kleines Unternehmen, große Lösung: Der niederösterreichische Lohnfertiger MillCon setzt bei der Herstellung von Einbaurahmen für Displays und Touchscreens auf eine ausgeklügelte Zentralanlage zur Kühlschmierstoff-Aufbereitung. Dafür wurden – mit Unterstützung von Lubot – die Prozesse ganzheitlich optimiert, der richtige Kühlschmierstoff (KSS) modular zusammengestellt und vor allem eines: gespart. Denn es macht sich bezahlt, wenn man die eingesetzten Schmierstoffe, ihre Aufbereitung und die Fertigungsprozesse gemeinsam unter die Lupe nimmt. Das ist gut fürs Börserl und die Umwelt.

MillCon sorgt dabei für den richtigen Rahmen

Wisch links, Wisch rechts. Ein Touch oben, ein Touch unten. Ohne Displays und den nötigen Fingerfingerfertigkeiten geht im Smartphone- und Tablet-Zeitalter nichts mehr. Das gilt auch für industrielle Anwendungen, bei denen Touchscreens zur Steuerung von Anlagen nicht mehr wegzudenken sind. MillCon sorgt dabei für den richtigen Rahmen: Denn das Kremser Unternehmen hat sich auf die Produktion von Frontplatten, Einbaurahmen, Gehäuseteilen und mechanischen Komponenten für elektronische Bauelemente wie Platinen, Displays oder Folientastaturen spezialisiert.

Es liegt was in der Luft

Ein Besuch in der Produktionshalle in Krems an der Donau macht schnell klar: Hier liegt etwas in der Luft – Innovationsgeist. Und das merkt man unter anderem an dem, was vordergründig eben nicht in der Luft ist – der Duft der spanenden Fertigung. Denn obwohl bei MillCon fleißig gefräst, gebohrt und manchmal auch gedreht wird und dabei reichlich Kühlschmierstoff im Spiel ist, riecht es kaum nach Fertigung. Und das ist kein Zufall. Denn hier waren die Tribologie-Experten von Lubot am Werk. Sie haben die Fertigungsprozesse durchleuchtet und optimiert. Das Ergebnis: ein optimal abgestimmtes, bereichsübergreifendes Zusammenspiel rund um das Spannungsdreieck der mechanischen Fertigung, bei dem sich alle Faktoren gegenseitig beeinflussen: die spanende Bearbeitung, der Kühlschmierstoff (KSS) und seine Aufbereitung.

Großes Know-how, große Flexibilität

Neue Wege zu gehen, das zeichnet MillCon aus – ein junges, aufstrebendes Unternehmen, dessen Angebot von der technischen Beratung über die Konstruktion bis zur Oberflächenbehandlung der gefertigten Produkte reicht. Präzision wird dabei besonders groß geschrieben, ebenso wie Flexibilität: „Wir bringen fundiertes Know-how in der spanenden Fertigung, Praxiserfahrung und eigene Lösungen mit. So zum Beispiel in der Vakuumspanntechnik. Wir greifen auf selbstkonstruierte und -gefertigte Spanmittel zurück. Das steigert unsere Flexibilität und Wiederholgenauigkeit deutlich und verschafft unseren Kunden wiederum einen optischen bzw. qualitativen Vorsprung“, erklärt Ing. Jürgen Hameseder, Geschäftsführer der MillCon GmbH. Für diesen Artikel gilt für ausgewählte Produkte kostenloser Versand. Alternativ können Sie ihn online kaufen und noch heute in der Filiale in der medizinischen Abteilung abholen.

Anwendungsbezogen heißt das: Wenn sich etwa ein Touchpanel in der Größe nur um ein paar Millimeter ändert – und das kommt häufig vor – ist das für die MillCon-Techniker im Normalfall kein Problem. „Wir haben die Konstruktion direkt im Haus. Deshalb können wir sämtliche Daten auf Kundenwunsch unkompliziert ändern und Neukonstruktionen oder Adaptionen schnell in die Praxis umsetzen“, sagt Hameseder. Komplizierte Werkzeugneubauten kann man sich dabei meist ersparen. Denn oft geht es nur um das richtige Spannen und kleine Änderungen bei den in die CNC eingespielten Daten. „Das ist Flexibilität, von der der Kunde 1:1 profitiert“, freut sich Jürgen Hameseder.

„Der alte Kühlschmierstoff hat über Nacht manchmal die Konsistenz von Joghurt bekommen“

Von Joghurt und Bierkühlern

Mit einer Maschine hat MillCon begonnen, bald darauf waren es vier. Und bei jeder stand man vor demselben Problem: Das Kühlmittel, das immer per Hand nachgefüllt werden musste, ging regelmäßig über. Hinzu kamen die hohen Temperaturen in der Halle: „Der alte Kühlschmierstoff hat über Nacht manchmal die Konsistenz von Joghurt bekommen“, so Hameseder. Dann standen Auspumpen und Reinigen auf dem Programm. Bis zu zwei Tage unliebsame Stehzeit waren die Folge. Zudem wurde eine externe Firma mit der regelmäßigen Reinigung beauftragt – noch mehr Kosten.

In der Not war das MillCon-Team natürlich einfallsreich: So wurde kurzerhand ein Bierkühler umgebaut, um den Kühlschmierstoff auf konstanter Temperatur zu halten. Jedoch zu früh gefreut: „Der Kühler war zu klein. Dann hat der KSS Schaum geschlagen, weil die Pumpen nicht richtig eingestellt waren und der Schmierstoff einfach der falsche war.“

Coole Truppe

Auch dann blieben die Experten von MillCon cool. Sie holten Harald Mali, Verfahrenstechnik-Experte und Geschäftsführer von Lubot, ins tribologische (Rettungs-)Boot, um eine nachhaltige, zukunftsträchtige Lösung zu entwickeln. Gesagt, getan. „Herr Mali hat aus der Sicht eines Chemikers mit viel Fertigungserfahrung unsere Prozesse betrachtet, die richtigen Fragen gestellt und alles im Detail analysiert. Das Ziel war es, eine weitgehend konstante Kühlmitteltemperatur und -qualität zu erreichen und dabei noch die Effizienz zu steigern“, erklärt Hameseder. Mit diesem Auftrag hat Harald Mali ein umfassendes Konzept zur Optimierung erstellt und aufgezeigt, wo es Hand anzulegen gilt.

spannungsdreieck der mechanischen fertigung

Das Spannungsdreieck der mechanischen Fertigung

In der Tribologie reicht es meist nicht, lediglich an einer Schraube zu drehen. Alleine der Einsatz eines anderen Kühlschmierstoffs ist daher auf lange Sicht kaum die Lösung. „Es gilt ganzheitlich und in Zusammenhängen zu denken. Vom Kühlen, Schmieren, der Chemie und Reinigung bis zu den eingesetzten Technologien, muss man das komplette System bereichsübergreifend und von A bis Z unter die Lupe nehmen“, erklärt Prozessoptimierer Mali und verweist auf das „Spannungsdreieck der mechanischen Fertigung“, das drei Eckpunkte vereint: die Maschinensituation (Bearbeitung), die tribologische Situation und die Aufbereitung, also die angewandte Verfahrenstechnik. Das ist entscheidend für die Standzeit des KSS. Nur wenn alle Faktoren perfekt Zusammenspielen und alle vor- und nachgelagerten Schnittstellen berücksichtigt werden, ist das angestrebte Optimum in puncto Qualität und Wirtschaftlichkeit in greifbarer Nähe.

Eine zentrale Versorgung mit vielen Vorteile

Das Ergebnis der umfassenden technisch-chemischen Feineinstellung war eine wichtige Investition in die Zukunft: „Wir haben die Einzelmaschinen in puncto KSS-Aufbereitung vernetzt und setzen jetzt auf eine Lubot-Versorgungsanlage, die wir gemeinsam konzipiert und umgesetzt haben“, sagt MillCon-Chef Hameseder. Er erklärt weiter: „Das Vereinfacht die KSS-Aufbereitung bzw. die Instandhaltung und sorgt längerfristig unterm Strich für spürbare Einsparungen“.

Die neue Zentralanlage bietet gleich mehrere Vorteile. So können zum Beispiel alle Abwässer aus der nachgeschalteten Reinigungsanlage in die KSS-Zentralanlage rückgeführt werden. Harald Mali: „Der gesamte ausgeschleppte Kühlschmierstoff kommt wieder in den Produktionsprozess. Somit werden 100% der sonst anfallenden Abwässer aus der Reinigung eingespart. Zudem kann der Reiniger ebenfalls rückgeführt werden, dann wieder als Kühlschmierstoff-Additiv im Baukastensystem fungieren und bleibt im Reinigungsbad in seiner Qualität immer konstant.“

Ein KSS – verschiedenste Anwendungen

Ein wichtiger Baustein dieser Lösung ist der Einsatz des flexiblen Zwei-Komponenten Kühlschmierstoffs von Oemeta, der ideal für innovative Prozesse und Zentralanlagen ist. Das Oemeta Hycut System beruht auf reiner Esterbasis und ist somit frei von Mineralölen. Die Hycut Bausteine sind als Bearbeitungsöl, Kühlschmierstoff oder Reiniger eingesetzt untereinander kompatibel, damit kann zum Beispiel die Zwischenreinigung zwischen Öl und KSS Bearbeitung eingespart werden. Der Vorteil: Der Schmierstoffanteil, der für die Bearbeitung relevant ist, und der Chemieanteil der Additiv Komponente, sind unabhängig voneinander steuerbar. Der Mix kann individuell an verschiedene Bearbeitungsschritte und -technologien angepasst werden. „Für uns brachte das mehr Konstanz, eine nicht begrenzte Lebensdauer des KSS und mehr Flexibilität, da wir nun verschiedenste Anwendungen mit einem Kühlschmierstoff abdecken können und der wird dann zentral wieder aufbereitet“, so Hameseder.

Vorbild Automobilindustrie

Mit dieser zentralen Versorgung und Aufbereitung zählt MillCon zu den Vorreitern unter den Lohnfertigern, wird das Konzept bisher doch meist eher bei sehr großen Unternehmen – zum Beispiel in der Automobilindustrie – eingesetzt. Kleinere Unternehmen sind aufgrund des Investitionsbedarfs oft abgeschreckt, wie Prozessoptimierer Mali von Lubot weiß. Befürchtungen, die Hameseder mit nachhaltigen Argumenten ausräumt: „Wir konnten unsere Werkstückqualität merklich erhöhen, da es keine Temperaturdrift mehr gibt. Wir haben weniger Korrekturen, weniger Ausschuss, deutlich weniger Stehzeiten, dafür aber unbegrenzte Standzeiten des KSS und keinen Gestank in der Halle, aber viel mehr Ressourcen und weniger Kosten“, zählt Hameseder auf und erklärt weiter: „Die Investitionen rechnen sich daher schon binnen weniger Jahre. Für uns war das also eindeutig die richtige Entscheidung.“

„Think big“ – egal, wie groß man ist

In größeren Dimensionen zu denken, das zahlt sich in Sachen Tribologie auch für kleinere Unternehmen aus. „Die neue Lösung hat uns zudem bei großen Industriekunden geholfen. Sie haben gesehen, dass wir technologisch ‚etwas auf dem Kasten haben‘ und betrachten uns jetzt anders“, freut sich Jürgen Hameseder. So steht dem Wachstum von MillCon nichts im Wege: Daher ist neben weiteren hochwertigen Anlagen auch ein größeres Werksgelände geplant. Zudem soll das gemeinsam erarbeitete, ganzheitliche Aufbereitungskonzept erweitert werden. Denn groß gedacht wird bei MillCon in allen Bereichen. Verfahrenstechnisch ist man jedenfalls bestens vorbereitet.

MillCon

Gesellschaft mbH

Weinzierl 102
3500 Krems an der Donau

http://www.millcon.at/

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